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	<title>Kommentare zu: MitOst-Podium: Geschichtsprojekte und Geschichtspolitik in MOE</title>
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	<description>Gespräche zu Mittel- und Osteuropa</description>
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		<title>Von: sGoetz</title>
		<link>http://www.moe-kompetenz.de/2009/09/geschichtspolitik/comment-page-1/#comment-6</link>
		<dc:creator>sGoetz</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 08:40:53 +0000</pubDate>
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		<description>Danke für den Kommentar von WCz - es wäre in der Tat spannend, auch die deutsche Rolle einmal zu beleuchten, darum sollte es aber in der ersten Runde zunächst nicht gehen. Es besteht ja die Möglichkeit einer Fortsetzung in anderer Zusammensetzung!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für den Kommentar von WCz &#8211; es wäre in der Tat spannend, auch die deutsche Rolle einmal zu beleuchten, darum sollte es aber in der ersten Runde zunächst nicht gehen. Es besteht ja die Möglichkeit einer Fortsetzung in anderer Zusammensetzung!</p>
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		<title>Von: Czachur</title>
		<link>http://www.moe-kompetenz.de/2009/09/geschichtspolitik/comment-page-1/#comment-5</link>
		<dc:creator>Czachur</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 20:59:41 +0000</pubDate>
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		<description>Ein sehr interessantes Gespräch über die Zukunft der Erzählung über die Vergangenheit in Europa und sehr aktuell in Mitteleuropa. Mitteleuropa, geprägt durch die Erfahrung des Nationalsozialismus und Kommunismus, muss alles tun, um diese Erfahrungen in die europäische Erinnerungskultur einzubringen. Leider sind die Regionen Mitteleuropas wie Polen, Deutschland, Litauen, Tschechien oder Ungarn nicht so weit, gemeinsam über diese Erfahrung mit einer gemeinsamen Sprache zu erzählen. Schade. Aber eigentlich geht es in dieser Debatte um das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Deutschland ist nicht an einem Gespräch über die Geschichte, vor allem des 2. Weltkriegs und desen KOnsequenzen mit Russland interessiert, denn das könnte negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen haben. Russland ist &quot;stabil&quot; in der Geschichtspolitik, fast genauso wie Westeuropa (mit ein paar positiven Ausnahmen). Und so soll das Mitteleuropa gemeinsam vor allem Deutschland (weil es auch kommunistische Erfahrung hat) überreden, darüber mit Moskau zu sprechen.

Und noch ein Punkt: Staat vs. Zivilgesellschaft

Selbstverständlich muss zunächst der Staat agieren, erst im zweiten oder sogar dritten Schritt, wenn sich die staatliche Erinnerungskultur durchgesetzt hat, kann man mit zivillgesellschaftlichen Projekten und Initiativen die lokale, nicht selten widersprüchliche Geschichten erkunden. In dem Punkt stimme ich voll Alvydas Nikzentaitis zu. Absurd ist die Idee, die Geschichtsaufarbeitung nur den zivillgesellschaftlichen Initiativen zu überlassen. Wenn wir davon ausgehen würden, dann wäre das heutige Deutschland völlig woanders, sicher in der kritischen Aufarbeitung nicht so fortgeschritten. Denn Holocaust (aber der Generalplan Ost und verbrecherische und menschenverachtende Vernichtungspolitik auch gegen Zivilgesellschaft in Mittel- und Osteuropa nicht mehr so) bildete und ich hoffe, wird weiter so bleiben, den zentralen Bezugspunkt deutscher Politik. 

Und noch ein Punkt: bei dieser Diskussion wäre aus meiner Sicht sinnvoll, einen deutschen Gesprächspartner zu haben, denn Deutschland hat auch kommunistische Erfahrung einerseits und anderseits auch in Deutschland finden ein großer Wandel der Erinnerungskultur statt, was für Mitteleuropa nicht ohne Bedeutung bleiben sollte.

WCz</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sehr interessantes Gespräch über die Zukunft der Erzählung über die Vergangenheit in Europa und sehr aktuell in Mitteleuropa. Mitteleuropa, geprägt durch die Erfahrung des Nationalsozialismus und Kommunismus, muss alles tun, um diese Erfahrungen in die europäische Erinnerungskultur einzubringen. Leider sind die Regionen Mitteleuropas wie Polen, Deutschland, Litauen, Tschechien oder Ungarn nicht so weit, gemeinsam über diese Erfahrung mit einer gemeinsamen Sprache zu erzählen. Schade. Aber eigentlich geht es in dieser Debatte um das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Deutschland ist nicht an einem Gespräch über die Geschichte, vor allem des 2. Weltkriegs und desen KOnsequenzen mit Russland interessiert, denn das könnte negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen haben. Russland ist &#8220;stabil&#8221; in der Geschichtspolitik, fast genauso wie Westeuropa (mit ein paar positiven Ausnahmen). Und so soll das Mitteleuropa gemeinsam vor allem Deutschland (weil es auch kommunistische Erfahrung hat) überreden, darüber mit Moskau zu sprechen.</p>
<p>Und noch ein Punkt: Staat vs. Zivilgesellschaft</p>
<p>Selbstverständlich muss zunächst der Staat agieren, erst im zweiten oder sogar dritten Schritt, wenn sich die staatliche Erinnerungskultur durchgesetzt hat, kann man mit zivillgesellschaftlichen Projekten und Initiativen die lokale, nicht selten widersprüchliche Geschichten erkunden. In dem Punkt stimme ich voll Alvydas Nikzentaitis zu. Absurd ist die Idee, die Geschichtsaufarbeitung nur den zivillgesellschaftlichen Initiativen zu überlassen. Wenn wir davon ausgehen würden, dann wäre das heutige Deutschland völlig woanders, sicher in der kritischen Aufarbeitung nicht so fortgeschritten. Denn Holocaust (aber der Generalplan Ost und verbrecherische und menschenverachtende Vernichtungspolitik auch gegen Zivilgesellschaft in Mittel- und Osteuropa nicht mehr so) bildete und ich hoffe, wird weiter so bleiben, den zentralen Bezugspunkt deutscher Politik. </p>
<p>Und noch ein Punkt: bei dieser Diskussion wäre aus meiner Sicht sinnvoll, einen deutschen Gesprächspartner zu haben, denn Deutschland hat auch kommunistische Erfahrung einerseits und anderseits auch in Deutschland finden ein großer Wandel der Erinnerungskultur statt, was für Mitteleuropa nicht ohne Bedeutung bleiben sollte.</p>
<p>WCz</p>
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