Im Profil: Zur Zukunft der Slawistik an der Uni Bonn
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Man muss sich Sorgen machen um die Bonner Slawistik (hier im Bild: Das Seminargebäude am Bonner Hofgarten). Die Universität will den Fachbereich ganz einsparen, seine Selbständigkeit hat er schon heute eingebüßt: Die beiden Professuren sind nur noch vertretungsweise besetzt und bald läuft der frühere Magisterstudiengang ganz aus. Was bleibt? Wie sind die Perspektiven? Dazu habe ich eine Vertreterin der Studierenden in Bonn befragt.
Jeanette Adametz studiert in Bonn Slavistik, Westslavistik und BWL auf Magister. Seit der Neugründung der Fachschaft 2002 ist sie (mit Unterbrechungen) Mitglied der Fachschaft Slavistik in verschiedenen Funktionen, aktuell Finanzreferentin. Sie hat die Schließungspläne von Anfang an – natürlich sehr kritisch – verfolgt. Die Fachschaft hat unter anderem eine Petition zum Erhalt des Fachbereichs gestartet.
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Das ist leider eine bedauerliche Entwicklung an viele deutschen Universitäten. Was würde man in Deutschland sagen, wenn nach und nach alle Germanistik-Studiengänge an den polnischen Universitäten geschlossen würden? Dort steht die Germanistik auf einem hohen Niveau und kann beinah überall studiert werden. An interessierten Studierenden, die Polnisch oder andere slawischen Sprachen lernen würden fehlt es wohl nicht, das merke ich selbst an einer Uni, die keine Slawistik hat und nie hatte. Hier spart man – auch wenn man die Zukunft bedenkt – an genau dem falschen Ende. Das ist kurzsichtiges Sehen. Die slawischen Länder sind ja nur eine Grenze entfernt und dazu auch noch viele von ihnen Mitglieder in der EU! Die Schließung der Slawistik an den deutschen Universitäten deutet eher – so leid es tut – auf eine arrogante Einstellung diesen Ländern gegenüber hin. Dabei wäre vielleicht eine engere internationale Kooperation der Universitäten zwischen den slawischen Germanistik- und den deutschen Slawistik-Studiengängen machbar und zukunftweisender.
Kommentar von Nastel — 1. Februar 2010 @ 14:34