Gespräche zu Mittel- und Osteuropa

19.06.2010

Ungarn: Ein neuer Anfang mit Fidesz?

Abgelegt unter: Allgemein, Parlamente in MOE

Einige Wochen nach den Wahlen stellt sich die Frage, was der Erdrutschsieg der konservativen Fidesz-Partei wirklich verändert in dem politisch seit 20 Jahren tief gespaltenen Land.

tamas_tozser Ich spreche mit dem in Budapest geborenen Tamás Tőzsér, einem Copernicus-Stipendiaten, der derzeit in Hamburg Politik und internationales Recht studiert. Er verfolgt die Entwicklung in seiner Heimat anhand von Zeitungen, persönlichen Gesprächen und politikwissenschaftlichen Studien und stellt fest, dass die Ungarn große Hoffnungen auf Fidesz setzen…

Download MP3-Datei (höhere Qualität)

Download MP3-Datei (kleinere Dateigröße)

(ggf. auch mit rechter Maustaste und “Ziel speichern unter” versuchen)

(13:18 Min.)

Kommentare

  1. Ich befürchte, man kann die Situation in Ungarn nur mit den “Mitteln” der Politikwissenschaft und des Rechts nicht verstehen. Mit den “Mitteln” der politischen Kulturforschung dagegen sehr. Empfehlenswert ist das Buch von Fritz Stern, Kulturpessimismus als politische Gefahr (dtv,1986). Darin beschreibt er die “konservative Revolution” in Deutschland Anfang des 20sten Jhs. Gespenstisch ähnlich ist es heute in Ungarn. Die “nationale Wiedergeburt”, der Kampf für Werte, die man als die “altüberkommener Traditionen” ansieht, der Kampf gegen den Liberalismus und den “westlichen Hedonismus”, gegen Reformen (besonders, wenn sie von Links kommen), gegen die Sozialdemokratie, gegen das Denken in Kategorien der liberalen Demokratie usw. gehen einher mit einer Art nationaler Religion, in der die neue Regierung im Namen des Volkstums (des Magyarentums) eine Art Sendung zu vollenden meint. Die “magyarische Sendung” strahlt nach Aussen als “Hungaria irredenta” und nach Innen als Vision einer “sauberen” Nation, in der bald Ordnung herrschen soll……

    Kommentar von Magdalena Marsovszky — 22. Juni 2010 @ 13:55

Einen Kommentar hinterlassen