Gespräche zu Mittel- und Osteuropa

22.10.2010

Im Profil: Uwe Rada und die Memel

Abgelegt unter: Allgemein, Im Profil

uwe_rada Uwe Rada ist ein Grenzgänger im wahrsten Sinne des Wortes. Der Berliner Journalist der tageszeitung beschäftigt sich als Buchautor seit über zehn Jahren mit der östlichen Nachbarschaft Deutschlands – so in mehreren Büchern mit dem deutsch-polnischen Grenzraum. Nun hat er sich weiter nach Osten begeben und statt der Oder den Fluss Memel in den Blick genommen.

Ich habe ihn gefragt, wie die Menschen dort zwischen dem Kaliningrader Gebiet, Belarus, Polen und Litauen leben und wie sie mit der wechselvollen Geschichte der Region und den neuerdings immer weniger durchdringlichen Grenzen rechts und links der Memel umgehen.

Informationen zu Uwe Rada und seinen Büchern finden sich auf seiner Homepage.

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Kommentare

  1. Sehr interessantes Interview – vielen Dank, dass Sie diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben!
    Leider ist die Grenze in dieser Region zwischen Offenheit und immer noch Isolation – also zwischen Litauen / EU und Russland – sehr deutlich zu spüren. Die Visaverschärfungen Russlands (ich kenne die Neuerungen durch meine Arbeit im Personalswesen in einer Firma mit osteuropäischen Niederlassungen, auch in der Russischen Föderation) habe ich den Eindruck gewonnen, dass Russland gar keinen “frischen Wind” bzw. keine Fremden will. Anders ist der Sinn derartiger Vorschriften für mich nicht zu verstehen.

    Ganz abträglich sind solche Regelungen natürlich auch dem Tourismus, aber das scheint Russland offenbar nicht zu stören. Welcher noch so interessierte Tourist schlägt sich schon im Vorfeld drei Wochen lang wegen eines Visums mit der russischen Botschaft herum, um gerade mal für einen halben Tag in den russischen Teil der Kurischen Nehrung zu springen und dann vom ehemals schönen Königsberg nur eine exkommunistische Betonwüste zu sehen?
    Ich hätte es möglicherweise noch auf mich genommen, hätte es die Möglichkeit gegeben, ein Visum an der Grenze zu erstehen (wie in anderen Staaten auch möglich). Aber so…

    Bei all meiner Liebe zum Osten – aber auf dieses zweifelhafte Erlebnis hab ich gern verzichtet und stattdessen den beeindruckend schönen litauischen Teil der Nehrung sehr genossen!

    Kommentar von Andrea Koppel — 26. Oktober 2010 @ 22:46

  2. Ich danke ebenfalls herzlich für das interessante Gespräch mit Uwe Rada, dessen Arbeit ich sehr schätze und dessen Buch ich mir unbedingt besorgen werde.

    In das Gespräch ist ein kleiner Fehler hineingerutscht: Königsberg wurde 1255 gegründet, ist also inzwischen über 750 Jahre alt.

    Auch noch eine kleine Anmerkung zur Mail oben von Andrea Koppel: Die Beantragung von Visa für Russland ist in der Tat mühsam, lohnt sich aber unbedingt. Vielleicht auch, wenn man bedenkt, dass Russen für Schengenvisa noch ganz andere Mühen auf sich nehmen müssen.

    Aktuell ist es nicht etwa Russland, das sich der Abschaffung der Visa-Regelung verweigert, sondern es ist die Europäische Union, die hier bremst. Nicht nur in Bezug auf Russland, sondern auch in Bezug auf Belarus und die Ukraine (die das Visa-System einseitig aufgehoben hat, ohne dafür bislang belohnt zu werden). Wir EU-Bürger müssen uns also an die eigene Nase fassen und unseren Politikern entsprechend Druck machen.

    Kommentar von Andreas Metz — 30. November 2010 @ 12:11

  3. Ein sehr schönes Interview. Rada ist tatsächlich ein Grenzgänger. Sein Buch Die Memel ist allen Interessierten an der Vielvölkerregion ein Genuß.
    Das finden auch Literaturzeitschriften :
    http://www.kritische-ausgabe.de/artikel/identit%C3%A4ten-am-fluss

    Kommentar von D.W. — 19. April 2012 @ 14:49

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