Gespräche zu Mittel- und Osteuropa

28.06.2014

Projekt eingestellt – nach vier Jahren “Gespräche zu Mittel- und Osteuropa”

Abgelegt unter: Allgemein

goetz Das Projekt www.moe-kompetenz.de – „Gespräche zu Mittel- und Osteuropa“ wird nach vier sehr erfolgreichen Jahren eingestellt. Das Gesprächsportal wurde rein ehrenamtlich ohne externe Finanzierung aufgebaut und betrieben. Zuletzt wurden monatlich über 10.000 Einzelbesucher auf der Seite gezählt.

Die Webseite und die bisherigen Beiträge bleiben abrufbar, gelegentlich wird es auch weiter neue Beiträge geben: Aktuell stehen 110 Gespräche als mp3 zum Nachhören bereit. Darunter viele “Podiumsdiskussionen”, die über Ländergrenzen hinweg als Telefonkonferenzen realisiert und aufgezeichnet wurden. Und viele Porträts von Projekten und Institutionen, die sich um den Austausch zwischen Ost und West verdient gemacht haben – sei es in der Politik, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Kultur oder in der Zivilgesellschaft.

Der Grund für die Einstellung ist das Zeitbudget der beiden verbliebenen „MOE-Redakteure“ Johannes Rüger und Sascha Götz. „Ein bisschen traurig bin ich schon“ sagt Sascha Götz dazu, „das hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe auf diesem Weg viele interessante Leute kennen gelernt und viele bestehende MOE-Kontakte wieder auffrischen können. Von dem Format bin ich weiterhin überzeugt. Es bringt fast ohne Budget Menschen in den Dialog, schafft Transparenz und erzeugt neue Verknüpfungen zwischen Menschen und Projekten. Wer das nachahmen will, kann sich jederzeit gern an mich wenden.“

Kommentare

  1. Schade, schade, schade…ein Angebot, das über Jahre gerade durch seine Vielfalt, von kulturellen bis zu politischen Themen bestochen hat und wirklich den gesamten osteuropäischen Raum abgedeckt hat. Diee Vermutung, dass das “Zeit-Argument” wohl eher was mit Frust zu tun haben könnte, kann ich nicht ganz unterdrücken. Solche Angebot, wie MOE-Kompetenz erreichen, wie brillant man es auch aufziehen mag, immer nur eine bestimmte Nische von Usern und sind deshalb in ihren Wachstumsmöglichkeiten beim Publikum äußerst begrenzt. Trotzdem hat MOE-Kompetenz wirkliche Kompetenz gezeigt und höchste Qualität realisiert.
    Wie so oft hängen solche Angebote, trotz breiterer Bemühungen, letztlich an ein bis zwei Personen. Ein anderes Beispiel dieser Art sind die Ukraine Nachrichten, die von Andreas Stein wacker aufrecht erhalten werden.
    Vielleicht ein wichtiger Knackpunkt: Die Finanzen. Ohne öffentliche Gelder oder Sponsoring bleibt es wohl dem Idealismus Einzelner überlassen.
    Für mich allerdings fast nicht vorstellbar, dass ein Seite dieser Qualität, die wirklich eine wichtige Funktion wahrnimmt, die woanders fehlt, nämlich Brücken in den osteuropäischen Raum zu beleben, keine finanzielle Unterstützung, sei sie öffentlich oder privat finden kann, um beispielsweise auch bezahlte Redakteure einzustellen, Honorare zu bezahlen und Unkosten zu erstatten.
    Wenn die wenigen Angebote, die es in diesem Bereich gibt, weiter abnehmen, ist eigentlich niemandem gedient. Gut, es gibt noch MIT-Ost, Brücken nach Osteuropa und es gibt die Länderanalysen von der Universität Bremen. Es gibt den Osteuropakanal der Uni Freiburg, also insgesamt einige Angebote. Aber die Breitenwirkung und wirke sie auch nur auf die Politik, reicht nicht aus. Vielleicht muss man solche Perlen viel offensiver anbieten, Kooperationen mit den Medien und politischen Institutionen schmieden und auf diese Weise nach vorne bringen.
    Aber das ist alles leicht gesagt.
    Es bleibt mein Bedauern.

    Kommentar von Sönke Paulsen — 31. Oktober 2013 @ 00:31

  2. Lieber Sönke,

    vielen Dank für das Lob und auch für die konstruktiven Kommentare in der Vergangenheit. Nein, mit Frust hat das wirklich nichts zu tun. Die Resonanz war gut und die Zahl der User hat den Aufwand absolut gerechtfertigt. Nur bleibt es eben ein ehrenamtliches Engagement, das seine Grenzen hat. Und da meine berufliche Zukunft woanders liegt, gibt es auch keine Perspektive, das hauptamtlich aufzuziehen – was mit großen Risiken und enormem Aufwand beim Start verbunden wäre. Wenn sich jemand anders an dieses Projekt machen will, unterstütze ich gern mit allem, was ich habe.

    Also ganz unfrustrierte, herzliche Grüße aus dem Süden Deutschlands!

    Sascha

    Kommentar von Sascha Götz — 31. Oktober 2013 @ 11:18

  3. Schade. Vielen Dank und viel Erfolg bei der Umsetzung neuer Ideen, so Ihr Lust dazu verspürt!

    Kommentar von Clemens — 1. November 2013 @ 00:24

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