Wissen: Krieg um die Erinnerung in Kroatien
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Dr. Ljiljana Radonic lehrt über “Europäische Erinnerungkonflikte seit 1989″ am Institut für Politikwissenschaft und koordiniert das interdisziplinäre Doktoratskolleg “Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe”, beides an der Universität Wien. Ihre Dissertation mit dem Titel “Krieg um die Erinnerung – Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards” ist im Herbst 2010 im Campus-Verlag erschienen. Für die Reihe wissen@moe hat sie die Kernthese ihres Buches in nur 18 Minuten zusammengefasst!
Nach dem Zerfall Jugoslawiens tobte in den Nachfolgestaaten ein “Krieg um die Erinnerung”. Alte Feindbilder aus dem Zweiten Weltkrieg wurden reaktiviert und in Kroatien galt der faschistische “Ustascha-Staat” als Meilenstein auf dem Weg zur kroatischen Unabhängigkeit. Heute steht Kroatien kurz vor dem EU-Beitritt und ist ein Paradebeispiel für die Übernahme europäischer “Erinnerungsstandards” in post-sozialistischen Staaten. Dies ist nicht nur positiv zu bewerten: Unter dem Schlagwort “Totalitarismus” werden die NS- und Ustascha-Verbrechen mit denen des Staatssozialismus gleichgesetzt und “die Serben” als die neuen Faschisten gedeutet. Ljiljana Radonic analysiert den Wandel der kroatischen Vergangenheitspolitik von 1985 bis heute und bettet diese ein in die Debatten über die “gespaltene Erinnerung” in Ost und West.
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Im Profil: Geschichtsprojekt “Denkmäler in Dalmatien”
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Die drei Historiker Nils Müller, Marija Vulesica und Bernd Robionek (von links nach rechts) haben sich auf den Weg nach Dalmatien gemacht, um dort im Rahmen ihres Projekts verschiedene Denkmäler zu untersuchen: Einerseits solche für jugoslawische Partisanen und andererseits solche für kroatische Opfer der Kriege der 90er Jahre. Während die letzteren gut gepflegt zu werden scheinen, überlässt man die jugoslawischen Denkmäler häufig dem Verfall oder sie werden gar aktiv zerstört. Und das obwohl viele der “jugoslawischen” Partisanen Kroaten waren.
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Das Projekt wurde im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa von der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” gefördert…
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MitOst-Podium: Geschichtsprojekte und Geschichtspolitik in MOE
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In diesem Gespräch diskutieren (mehr zu den Personen):
- Blanka Mouralová, Collegium Bohemicum, Ustí nad Laben (Aussig)/Tschechien
- Irina Sherbakova, Memorial, Moskau/Russland
- Alvydas Nikzentaitis, Historiker, Vilnius/Litauen
Moderation: Sascha Götz, Berlin/Deutschland
Aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wird diskutiert, welche Voraussetzungen und Hindernisse für Geschichtsprojekte in Mittel- und Osteuropa bestehen. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt.
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