Gespräche zu Mittel- und Osteuropa

29.10.2010

Wissen: Krieg um die Erinnerung in Kroatien

Abgelegt unter: Allgemein, Wissen@MOE

ljiljana-radonic_0 Dr. Ljiljana Radonic lehrt über “Europäische Erinnerungkonflikte seit 1989″ am Institut für Politikwissenschaft und koordiniert das interdisziplinäre Doktoratskolleg “Das österreichische Galizien und sein  multikulturelles Erbe”, beides an der Universität Wien. Ihre Dissertation mit dem Titel “Krieg um die Erinnerung – Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards” ist im Herbst 2010 im Campus-Verlag erschienen. Für die Reihe wissen@moe hat sie die Kernthese ihres Buches in nur 18 Minuten zusammengefasst!

Nach dem Zerfall Jugoslawiens tobte in den Nachfolgestaaten ein “Krieg um die Erinnerung”. Alte Feindbilder aus dem Zweiten Weltkrieg wurden reaktiviert und in Kroatien galt der faschistische “Ustascha-Staat” als Meilenstein auf dem Weg zur kroatischen Unabhängigkeit. Heute steht Kroatien kurz vor dem EU-Beitritt und ist ein Paradebeispiel für die Übernahme europäischer “Erinnerungsstandards” in post-sozialistischen Staaten. Dies ist nicht nur positiv zu bewerten: Unter dem Schlagwort “Totalitarismus” werden die NS- und Ustascha-Verbrechen mit denen des Staatssozialismus gleichgesetzt und “die Serben” als die neuen Faschisten gedeutet. Ljiljana Radonic analysiert den Wandel der kroatischen Vergangenheitspolitik von 1985 bis heute und bettet diese ein in die Debatten über die “gespaltene Erinnerung” in Ost und West.

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(17:59 Min.)

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21.09.2010

MOE-Podium: Vertreibung und Vertriebene

Abgelegt unter: Allgemein, MOE-Podium

Deutschland streitet über die Geschichte der Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg – und vor allem über die Äußerungen der CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach, die auch Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV) ist. Sie hat vor kurzem Władislaw Bartoszewski einen „schlechten Charakter“ attestiert und außerdem geäußert, die Polen hätten vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges als erste mobilisiert.

Dies ist – trotz aller internationalen Aufregung – vor allem eine innenpolitisch-deutsche Debatte. Aber wie steht es denn ganz generell um die Diskussion über Flucht und Vertreibung der Deutschen aus ihren ehemaligen Heimatorten im östlichen Mitteleuropa? Und was ist von dem Ausstellungsprojekt der Stiftung „Flucht, Vertreibung und Versöhnung“ zu erwarten, über das besonders Deutsche und Polen seit Jahren so intensiv streiten?

Dazu spreche ich mit Prof. Dr. Peter Steinbach – Historiker an der Universität Mannheim, Frank von Auer – Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Gesellschaft, dem Verein der ehemaligen Baltendeutschen und Dr. Rafał Zytiniec – Historiker an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Informationen zu den Referenten und Fotos werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle nachgereicht!

Informationen zur Stiftung “Flucht, Vertreibung, Versöhnung” gibt es hier. Die als Alternatives Konzept zu verstehenden “Konzeptionellen Überlegungen für die Ausstellungen der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“” finden sich hier

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14.11.2009

Im Profil: Geschichtsprojekt “Denkmäler in Dalmatien”

Abgelegt unter: Allgemein, Im Profil

Müller, Vulesica, Robionek (v.l.) Die drei Historiker Nils Müller, Marija Vulesica und Bernd Robionek (von links nach rechts) haben sich auf den Weg nach Dalmatien gemacht, um dort im Rahmen ihres Projekts verschiedene Denkmäler zu untersuchen: Einerseits solche für jugoslawische Partisanen und andererseits solche für kroatische Opfer der Kriege der 90er Jahre. Während die letzteren gut gepflegt zu werden scheinen, überlässt man die jugoslawischen Denkmäler häufig dem Verfall oder sie werden gar aktiv zerstört. Und das obwohl viele der “jugoslawischen” Partisanen Kroaten waren.

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evz_off_co_d_hd_s Das Projekt wurde im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa von der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” gefördert…

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16.09.2009

MitOst-Podium: Geschichtsprojekte und Geschichtspolitik in MOE

Abgelegt unter: Allgemein, MOE-Podium

In diesem Gespräch diskutieren (mehr zu den Personen):

  • Blanka Mouralová, Collegium Bohemicum, Ustí nad Laben (Aussig)/Tschechien
  • Irina Sherbakova, Memorial, Moskau/Russland
  • Alvydas Nikzentaitis, Historiker, Vilnius/Litauen

Moderation: Sascha Götz, Berlin/Deutschland

Aus sehr unterschiedlichen Perspektiven wird diskutiert, welche Voraussetzungen und Hindernisse für Geschichtsprojekte in Mittel- und Osteuropa bestehen. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es gibt.

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